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Yoga und Medizin

Die moderne Medizin verfügt über ein weites Spektrum von Medikamenten zur Unterdrückung der Symptome und Wirkungen von Asthma. Sie besitzt jedoch kein wirksames Mittel, Asthma vorzubeugen und zu heilen. Dies kann allein durch ein natürliches, harmonisches Leben, verbunden mit Entspannung, Übungen und einer positiven Lebenseinstellung, realisiert werden.

Natürlich sind Medikamente manchmal angebracht, um Schmerzen zu lindern und der Not in einem Asthmaanfall ein Ende zu bereiten. Aber sie sollten mit der richtigen Einstellung genommen werden, und nur dann, wenn unbedingt nötig. Medikamente können große Erleichterung der Atemnot und Auflösung von Angst bewirken, aber ihr großer Nachteil sind weit reichende und unerwünschte Nebenwirkungen.

Einige allgemeine Nebenwirkungen treten bei all diesen Medikamenten gleichermaßen auf, und nachfolgend nennen wir die drei gravierenden; darüber hinaus gibt es individuelle Nebeneffekte, die hier nicht erläutert werden.

Psychische Abhängigkeit: Viele Menschen greifen zum Spray, bevor es notwendig ist, oder nehmen eine Pille ein, bevor sie zu Bett gehen, um einem Anfall vorzubeugen.

Zusätzliches Gift im Körper: Die Medikamente arbeiten der normalen Körperfunktion insofern entgegen, als sie dem Körper noch mehr chemische Stoffe zumuten, mit denen er dann fertig werden muss.

Aus dem Gleichgewicht geraten: Diese Medikamente bringen das Körpersystem noch mehr aus dem Gleichgewicht, so dass die Aussicht auf Gesundung unwahrscheinlicher wird.

Aus Erfahrung wissen wir, dass Entspannungstechniken wie Yoga Nidra (*) und Reinigungstechniken wie Kunjal Kriya (*) bei der Entspannung des Bronchialgewebes und Entfernung des Schleimes sehr viel effektiver sind als Sprays. Obwohl die Wirkungen dieser Techniken auf den ersten Blick nicht so aufsehenerregend sind wie bei Medikamenten, so ist ihr Langzeiteffekt um so nachhaltiger. Der Asthmatiker lernt, sich vertrauensvoll zu entspannen, wohl wissend, dass er mit einem Anfall, wenn er auftreten sollte, umzugehen weiß.

Die übliche medikamentöse Behandlung

Die meisten Asthmatiker befinden sich in medikamentöser Behandlung. Wenn man über den Sinn der einzelnen Medikamente mehr weiß, ist es einfacher, einen reibungslosen Übergang zu Yoga zu finden. Dem Asthmatiker, der weiterhin Medikamente in Maßen als zusätzliche Sicherheit benutzen möchte, wird empfohlen, sich ihre Funktionsweise vor Augen zu führen. Die üblichen medikamentösen Behandlungen lassen sich in vier Kategorien einteilen: Bronchialerweiterer, abschwellende Mittel, entzündungshemmende Medikamente und lokal wirkende Substanzen.

  • Bronchialerweiter sind im allgemeinen folgende: Sprays wie z.B. Salbutamol oder Isoprenaline.
  • Adrenaline oder ihre Derivate, wenn sie auch nicht sehr wirkungsvoll sind und viele Nebenwirkungen haben.
  • Derivate von Coffein (Theophyllin, Aminophyllin). Diese Medikamente sollten nur in minimalen Dosen und nur, wenn unbedingt nötig, benutzt werden, weil sie zu Überreizung und Angst führen.

Abschwellende und entzündungshemmende Mittel bestehen aus Anti-Histaminen und Corticosteroiden. Anti-Histamine bekämpfen bekanntlich Allergien und werden manchmal dazu benutzt, Asthma zu behandeln. Für einen akuten Anfall sind sie wahrscheinlich nicht wirkungsvoll genug. Corticosteroide sind Derivate aus dem Hormon Cortison und haben entzündungshemmende Wirkung. Es besteht die Gefahr von Nebeneffekten, ihr Gebrauch sollte so schnell wie möglich eingestellt werden.

Zu den Lokal wirkenden Substanzen gehören verschiedene Medikamente.

Wir möchten an dieser Stelle davor warnen, Medikamente plötzlich abzusetzen, besonders, wenn diese über einen langen Zeitraum benutzt wurden. Wenn man sich auf die Yogatherapie umgestellt hat, und das Vertrauen und die innere Sicherheit gewachsen sind, wird man immer weniger auf Medikamente zurückgreifen müssen.

Yogische Behandlung

Die meisten Menschen, die heftig mit einer akuten Krankheit kämpfen, werden alles tun, um Erleichterung zu finden, gewöhnlich in Form von Medikamenten und anderen Mitteln, um die Symptome zu unterdrücken. Aus yogischer Sicht und ausgehend von natürlicher Gesundheit kann das ein Fehler sein. Die Krankheit ist ein Versuch, den Körper auf natürlichem Wege wieder ins Gleichgewicht zu bringen und zu heilen, indem sie ihn von Giften, Chemikalien und Abfallprodukten befreit, die sich angesammelt haben und die lebenswichtigen kapillaren, lymphatischen, nervlichen und organischen Wege verstopfen.

Diese Verunreinigungen stören die physiologische Funktion, verwandeln sie ins Krankhafte und verformen die pranischen Energiefelder. Es besteht eine Wechselbeziehung zwischen dem Bewusstsein und den verformten Körperenergien, was Schmerz, Spannung und Leiden verursacht. Krankheit ist der Mechanismus der Natur, das kenternde menschliche Schiff ins Gleichgewicht zu bringen und eine normale Funktion wieder herzustellen. Dieser Prozess muss unterstützt und nicht unterbrochen werden, so dass er in möglichst kurzer Zeit mit einem Maximum an nützlichen Wirkungen und einem Minimum an Leiden stattfindet. Durch Yoga erreichen wir dieses hohe Ziel.

Wir stellen hier die Methoden vor, die unserer Meinung nach am besten für eine Behandlung geeignet sind, und die auf unserer direkten Erfahrung basieren. Wir möchten dabei berücksichtigen, dass jeder entsprechend seiner eigenen Neigungen und Bedürfnisse auswählen und variieren kann. Dieser Teil kann daher als ein yogisches Kochbuch betrachtet werden, aus dem jede Person ihre eigenen Rezepte auswählt. Die aufgeführten Themen schließen ein: Reinigungstechniken, Asana, Pranayama, Entspannung, yogische Einstellung und Ashram-Programm.

Dabei möchten wir zwei verschiedene Aspekte der Behandlung berücksichtigen:

  • Übungen während eines akuten Anfalls Langzeitübungen, um künftige Anfälle abzuschwächen.
  • Nur durch konsequentes, regelmäßiges Üben wird vollkommene Heilung erreicht. Täglich ein paar Minuten entspannt zu üben ist besser, als eine lange Übungszeit, die aber unregelmäßig ist.

Yogische Reinigungstechniken

Die Hatha Yoga Reinigungstechniken sind wahrscheinlich der wichtigste Aspekt für die Asthma-Therapie. Durch das Salz wird der angesammelte dicke Schleim heraus gewaschen, aufgelöst und durch seine osmotische Wirkung herausgezogen. Bei Asthmatikern kann die Salzmenge, die für diese Übungen notwendig ist, etwas erhöht werden.

Die folgenden Techniken sollten am besten morgens vor den Asanas und der Meditation gemacht werden. Ihre Anwendung während eines akuten Anfalls ist außerordentlich wirksam.

Kunjal Kriya

Warmes Salzwasser wird getrunken und direkt erbrochen. Die Wirkung von Kunjal auf einen akuten Asthma- Anfall sollte nicht unterschätzt werden. Die Nervenenergie, die den Anfall verursacht hat, wird benutzt, um das warme Wasser aus dem Magen zu befördern. Eine Reflexwirkung vom Magen über den Vagusnerv (Parasymphatikus) zu den Lungen setzt ein, die die Spannung aus den Lungen beseitigt. Bei täglicher Anwendung kann Kunjal einen Anfall verhindern.

Neti Kriya

Die Nasengänge werden mit warmem Salzwasser gewaschen. Für den Asthmatiker ist diese Übung wichtig, weil nicht durch den Mund geatmet werden sollte. Durch Neti werden die Nasengänge von Verstopfung frei, so dass die Atmung durch die Nase möglich wird.

Pranayama

Durch regelmäßiges Üben von Pranayama erfolgt ein weiterer Heilungsprozess der Nasengänge. Nach einiger Zeit braucht man dann Neti nicht mehr regelmäßig zu machen, nur dann, wenn die Nase verstopft ist.

Neti

Es gibt drei verschiedene Ausführungen von Neti, die man bei einem Yogalehrer/in, der/die mit diesen Übungen vertraut ist, lernen sollte. Hierzu gehört auch Vastra Dhauti, das Schlucken eines Stoffstreifens.

Shankhaprakshalana

Shankhaprakshalana ist eine sehr kraftvolle Technik, um den ganzen Verdauungskanal zu reinigen. Eine große Menge an Salzwasser wird getrunken, dazwischen werden bestimmte Asanas ausgeführt. Diese Übung sollte man in jedem Fall in einem Ashram machen. Laghu Shankhaprakshalana ist die kurze Form dieser Technik, in der weniger Wasser getrunken wird, aber dieselben Asanas ausgeführt werden. Diese Technik kann sowohl während eines akuten Anfalls, als auch als tägliche Übung angewendet werden. Indem der Schleim von den Darmwänden entfernt wird, entsteht eine Reflexwirkung auf alle Schleimdrüsen des Körpers. Das Salz unterstützt die Auflösung des angesammelten Schleims in den Lungen und anderen Organen und entspannt das Nervensystem.

Diese Technik macht oft müde, so dass danach eine Zeit der Erholung notwendig ist. Beachte! Diese Techniken dürfen nicht ohne erfahrene Anleitung ausgeführt werden. Bei täglicher Übung sollten folgende Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigt werden:

Sie sind morgens mit leerem Magen auszuführen. Nach Laghu und Kunjal sollte man wenigstens eine halbe Stunde bis zum Frühstück warten.

Asanas

Asanas geben dem Körper sowohl Kraft als auch Entspannung. Indem das Muskelgewebe wie ein Schwamm gedrückt und der Blutstrom besonders zu bestimmten Teilen gelenkt wird, helfen die Asanas, Gifte aus den Gelenken, der Bauchhöhle, den Muskeln und Organen heraus zu waschen. Ihre Wirkung ist sehr tief greifend und hat Langzeiteffekt. Für den Asthmatiker bedeutet das: Die Haltung wird verbessert, die Brust wird aus ihrer Zwangslage befreit, die Wirbelsäule wird gestärkt, der Energiefluss in den Nervenbahnen wird frei und der ganze Körper kommt wieder ins Gleichgewicht. Es gibt viele hilfreiche Asanas für den Asthmatiker, jedoch sind die folgenden am wirkungsvollsten:

Surya Namaskara, Marjariasana, Shashankasana, Shashank-Bhujangasana, Bhujangasana, Pranamasana, Sarvangasana, Paschimottanasana, Yoga Mudra, Dhanurasana, Shavasana und Ardha Matsyendrasana. (Siehe hierzu besonders: `Asana Pranayama Mudra Bandha'.)

Aus diesen Asanas sollte sich jeder die für ihn geeigneten heraussuchen und diese allein regelmäßig üben. Ein Asthmatiker entdeckte z.B. vier für ihn ausreichende Asanas: Sarvangasana, Paschimottanasana, Dhanurasana und Ardha Matsyendrasana.

Wem diese Asanas noch zu schwer sind, sollte sich zuerst der Pawanmuktasana-Serie (siehe APMB) zuwenden, bis der Körper geschmeidiger geworden ist.

Pranayama

Pranayama ist ein hervorragendes Mittel, um mit Spannungen umzugehen. Indem die Lungen trainiert und gekräftigt, das autonome Nervensystem ins Gleichgewicht gebracht und das gesamte Zentralnervensystem gestärkt wird, verringert sich die Möglichkeit eines künftigen Asthmaanfalls. Das Ziel von Pranayama ist es, das körperliche Energiesystem beherrschen zu lernen, was zu größerem Selbstvertrauen, zur Gedanken- und Gefühlskontrolle, kurz zur Selbstbeherrschung führt.

Pranayama macht man am besten nach den Asanas. Wir empfehlen nachfolgend ein paar einfache Übungen:

  • Atme langsam ein, während du sechs Pulsschläge an der Innenseite des Handgelenks erfühlst. Atme aus und zähle wiederum 6 Pulsschläge. Nach einiger Zeit werden Herz und Atem sich verlangsamen.
  • Nadi Shodana, die Wechselatmung (genaue Beschreibung in APMB). Mache diese Übung bis zu 25 Runden. Es führt zu tiefer Entspannung, gleichzeitig wird das ganze Atem- und Nervensystem gestärkt und gereinigt.
  • Leichtes Bhastrika, Blasebalgatmung (siehe ABMB). Die Lungen werden gestärkt. Verbunden mit Kumbhaka (Anhalten des Atems) ist es ein wirksames Mittel, um einem Anfall vorzubeugen, weil alle Alveolen der Lungen sich öffnen, Gas und Schleim hinausbefördert, der Sauerstoffgehalt im Blut erhöht und eine tiefe Entspannung herbeigeführt wird.

Die folgenden aus Asana und Pranayama kombinierten Übungen haben sich in der Asthmatherapie sehr bewährt:

  • Stehe aufrecht mit geschlossenen Beinen, die Arme seitlich vom Körper. Langsam und tief einatmend hebst du beide Arme vor dem Körper bis auf Schulterhöhe, bewege sie dann zur Seite und leicht nach hinten. Ausatmend bringst du sie zu den Seiten in die Ausgangsstellung zurück. Mache diese Übung fünf Mal.
  • Stehe aufrecht, die Beine zusammen, die Arme seitlich vom Körper. Atme tief ein, halte den Atem an und klopfe mit den Fingern über die Brust und an den Seiten des Körpers entlang, vorsichtig aber kräftig und so lange wie möglich vor der Ausatmung. Mache diese Übung fünf Mal.
  • Stehe aufrecht, atme ein und atme dann kurz und ruckartig auf ha-ha-ha durch den Mund aus. Mache das fünf Mal.
  • Stehe aufrecht, atme tief ein, atme dann durch den Mund mit geschlossenen Zähnen mit einem zischenden Geräusch aus.

Zwei weitere wichtige Übungen sind genau im Buch `Asana Pranayama Mudra Bandha' beschrieben, Utthita Lolasana und die Yogi-Atmung. Nach einiger Zeit der Übung können dann weitere Pranayamas erlernt werden:

  • Höhere Stufen von Nadi Shodana und Bhastrika.
  • Kapalbhati. Da hier die Ausatmung betont wird, ist es eine besonders gute Übung für den Asthmatiker, da ja das Hauptproblem in der Schwierigkeit des Ausatmens liegt.

Entspannung

Eine der besten Möglichkeiten, Asthma zu heilen, ist Yoga Nidra(*), dem Zustand innerer Aufmerksamkeit verbunden mit vollkommener Entspannung. Zu Anfang sollte man einen Lehrer haben, später kann man die Übung auch allein machen. Bei einem akuten Anfall hilft die durch Yoga Nidra erlangte innere Einstellung, einen Krampf in Brust und Lungen zu entspannen.

Das Rezitieren des Mantras OM ist eine einfache, trotzdem äußerst wirkungsvolle Übung für den Asthmatiker. Forme mit dem Mund ein O und lasse die Luft entspannt und langsam durch den Hals herauskommen, indem du diesen Klang erzeugst. Wenn der Atem fast aufgebraucht ist, singe das MMM. Rezitiere zuerst laut, später kannst du es auch in Gedanken machen. Am besten sitzt du dazu in einer Meditationshaltung. Gehe ganz in dieser Übung auf und mache sie so lange du möchtest. Versuche, dich ganz in dem Mantra zu verlieren. Du wirst überrascht sein, wie entspannend und stärkend diese Übung ist. Die Vibrationen, die von diesem Mantra ausgehen, wirken wie eine leichte innere Massage.

Yogische Lebenseinstellung

Die innere Einstellung ist das A und O bei der Heilung. Wenn der Asthmatiker sich selbst wirklich heilen will, wird er es schaffen. Wenn er jedoch mit den Menschen um sich herum ein Spiel spielt, wird er sein Asthma behalten. Er muss eine ehrliche Selbsteinschätzung vornehmen, um zu entscheiden, ob er wirklich geheilt werden will. In diesem Fall muss er der Gesundheit Priorität in seinem Leben einräumen.

Die Yoga-Therapie erfordert täglich einen gewissen Zeitaufwand. Nichts wird über Nacht vollbracht, es kann sogar eher Schaden verursachen, wenn man zu viel zu schnell tun will. Deshalb empfehlen wir, jeden Morgen eine bestimmte Zeit für Übungen festzulegen und an dieser Planung nicht zu rütteln. Das mag erfordern, dass man eine Stunde früher zu Bett geht, aber auf lange Sicht wird es sich auszahlen.

Wenn das Programm begonnen hat, wird die Einstellung und die Willenskraft des Leidenden, (der jetzt auch der Heilende ist), weiter herausgefordert werden. Alte Erinnerungen und Vorsätze werden an die Oberfläche kommen und Spannung und emotionales Leiden mit sich bringen. Es ist jedoch ein gutes Zeichen dafür, dass die Heilung begonnen hat. Man sollte nun alles bewusst wahrnehmen, das ist der oberste Grundsatz.

Was ist Bewusstheit? Auf der einfachsten Ebene ist es bloße Aufmerksamkeit. Es ist eine Kunstfertigkeit wie jede andere und kann geschult werden. Die Schulung kann überall erfolgen: wenn man ruhig sitzt, Bus fährt, in einer Schlange wartet, ein Essen kocht usw. Bewusstheit und positive Einstellung gegenüber der Heilung kann dein ganzes Leiden verändern. Situationen werden zu einer Lernerfahrung, und nicht mehr unbedingt ein Ärgernis. Die Überwindung von Asthma ist eine große Leistung und sollte mit Energie und fröhlichem Optimismus in die Hand genommen werden.

Ashram Programm

Wir schließen mit einer kurzen Beschreibung einer Behandlung bei Asthma, wie sie in der Bihar School of Yoga in Munger (Indien) aussehen könnte. Natürlich ist es möglich, den Heilungsprozess zuhause in der gewohnten Umgebung in Gang zu bringen, aber unsere Erfahrung hat uns gezeigt, dass die Kombination von Disziplin, Energie und Klarheit in einer Ashram- Umgebung der Heilung sehr zuträglich ist. Hinzu kommt, dass der Asthmatiker sicher sein kann, unter fachkundiger Leitung Schritt für Schritt wieder zur Gesundheit geführt zu werden.

Das Ashram-Programm für Asthmatiker sieht folgendermaßen aus:

1.-4. Tag: Reinigungstechniken werden gleichzeitig mit strenger Diät und sanften Asanas aufgenommen. Jeden Morgen werden Vastra Dhauti, danach Kunjal und Neti Kriyas praktiziert. Solange sich der Patient noch schwach fühlt, werden nur die Pawanmuktasanas und einfache Pranayamas gemacht.

5. Tag: An diesem Tag schweigen die Patienten und machen Shankhaprakshalana. Danach ist Zeit zum Ausruhen.

Folgende Tage: Japa, Antar Mouna und Yoga Nidra werden eingeführt. Surya Namaskara wird vorsichtig begonnen, gewöhnlich drei Runden pro Tag. Je nach Fortschritt werden Asanas und Pranayamas länger und intensiver ausgeführt. Später kommt dann die kraftvolle Heilungstechnik `Prana Vidya' hinzu.

Alle diese Übungen werden unter persönlicher Anleitung im Ashram ausgeführt, zugeschnitten auf die individuellen Bedürfnisse. Die Ashram-Umgebung ist in der Yoga-Therapie eine große Hilfe, denn man wird mit sich selbst konfrontiert und man lernt erkennen, wo das Grundproblem liegt - vielleicht eine vergangene Erfahrung oder Programmierung, die das Asthma verursacht hat. Durch Ashram-Leben stoßen wir zur Wurzel des Problems.

Ein wichtiger Hinweis

Yoga ist ein ganzheitliches System und sollte nicht in Teile auseinander gelegt werden. Verschiedene Aspekte der integralen Yoga-Therapie sind auf spezifische Aspekte des psychovegetativen Gleichgewichts gerichtet. Jede einzelne Übung - Kunjal, Neti, Kirtan, Karma Yoga, Asanas, Pranayama, Yoga Nidra - ist auf einen besonderen Aspekt des menschlichen Systems gerichtet. Wenn man auf Heilung Wert legt, sollte man alles ausprobieren oder gar nichts.

Das bedeutet natürlich nicht, dass eine fundamentale Forschung nicht die individuellen Techniken prüfen muss. Aber klinisch gesehen ist es nur der integrale Yoga, der all die verschiedenen Elemente dieser Krankheit harmonisieren kann.

(aus: YOGA Heft Nr. 31)


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