Bedeutung eines Gurus als Yoga Lehrer

Braucht man zum Unterrichten von Yoga einen Guru und eine Tradition?

Antwort: Absolut nicht, vorausgesetzt du bleibst ein ganz einfacher Yogalehrer, der eigentlich Gymnastik unterrichtet. Du bringst dann solchen Menschen Yoga bei, die schlanker und hübscher werden oder bestimmte körperliche Probleme loswerden wollen. Das sind Yogalehrer für Körperübungen und der Unterricht läuft dann etwa so ab: "Und links, und rechts, und 1, 2, 3." Wenn du so ein Yogalehrer sein willst, brauchst du keinen Guru und keine Tradition.

Wenn du jedoch dein Wissen über die Entwicklung einer harmonischen Persönlichkeit vertiefen willst, dann ist das Eingebundensein in eine Tradition erforderlich. Tradition ist ein System, das sich durch Erfahrung gebildet hat. Wenn man einer solchen Tradition folgt, kann man die Tiefe der menschlichen Persönlichkeit verstehen.

Wenn du Yoga für deine eigene spirituelle Entwicklung verwenden und zur selben Zeit die Fähigkeit haben willst, anderen zu helfen, wenn du lernen willst, mit den Anforderungen des Körpers, des Bewusstseins und des Geistes gleichzeitig umgehen zu können, dann brauchst Du einen Guru. Es ist deine eigene Entscheidung, welche Art von Yogalehrer du sein willst und da solltest du dann auch beginnen.

Wir schulen hier mindestens 2000 Yogalehrer jedes Jahr. Viele von ihnen kommen für einen Monat hierher, nehmen ihr Diplom entgegen, gehen wieder und wir hören nie wieder etwas von ihnen. Sie repräsentieren die erste Kategorie von Yogalehrern. Unter diesen gibt es ein paar wenige, die wiederkommen, um ihr Verständnis von Yoga zu vertiefen. Sie nehmen an Sadhana Kursen teil, an Yoga-Übungsprogrammen für Fortgeschrittene, sie beginnen mit Kriya Yoga oder vertiefen ihr Lernen in anderen Bereichen. Sie repräsentieren Lehrer der zweiten Kategorie, die einfach herkommen, um ihr Wissen und Verständnis zu erweitern. Sie kehren wieder heim und leben ihr Leben, ohne dass wir darüber etwas wissen.

Von diesen wenigen kommen einige wieder hierher. Sie wollen weiter an sich arbeiten, die Tiefen von Yoga ergründen und anderen Menschen die richtigen Hilfen durch Yoga geben. Sie erhalten eine Einweihung in Mantra Diksha und fühlen sich der Bihar School zugehörig. Sie versuchen, das hier Gelernte an andere weiterzugeben. Als nächstes lassen sie sich vielleicht in Jigyasu oder Karma Sannyasa einweihen und übernehmen Aufgaben. Vielleicht werden sie dann Sannyasins und bleiben eine zeitlang hier. Nach ihrem Sannyasa Training kehren sie zurück, leben und lehren als Sannyasins und sind aber weiter mit der Bihar School verbunden.

(Dies macht deutlich, dass von den 2000 Yogalehrern, die jährlich hier ausgebildet werden, nur ganz wenige den Zugang zu einer Tradition und damit auch zu einem Guru haben wollen.)

(Aus: YOGA Nr. 43) - Satsang mit Swami Niranjan


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