Bindu

Bild von Bindu - Mond

Bindu

Bindu Visarga

Bindu als Quelle der Schöpfung liegt außerhalb aller konventionellen Erfahrung, und selbst in den tantrischen Schriften ist wenig darüber geschrieben worden. Hier lagern alle Karmas aus den vergangenen Leben eines Menschen. Diese Karmas tauchen nicht nur in Form von Vasanas (Wünsche) auf, sondern ebenfalls als Erinnerungen.

Das Wort Bindu bedeutet „Tropfen“ oder „Punkt“. Die genauere Bezeichnung ist Bindu Visarga, „der fallende Tropfen“. Bindu wird durch eine Mondsichel und einen weißen Tropfen symbolisiert, was auf den Tropfen deutet, der zu Vishuddhi Chakra hinunterfällt. Es ist die eigentliche Quelle, von der aus sich alles manifestiert und zu der alles wieder zurückkehrt. 

In der Kama-Kala-Vilasa (Vers 6 - 9) heißt es:

„...(Bindu) ist die Ursache der Schöpfung von Wort und Bedeutung, nun eintretend und nun sich teilend, eines aus dem anderen.“    „... von diesem (Bindu) kam Äther, Luft, Wasser, Feuer, Erde und die Buchstaben des Alphabets.“

Bindu Visarga ist mit dem Vishuddhi Chakra in der gleichen Weise verbunden, wie die weniger wichtigen Zentren des Verdauungssystems mit Manipura, und die des Genital- und Ausscheidungssystems mit den Chakras Swadhisthana und Muladhara. Das Atem- und Kreislaufsystem kann in diesem Sinne dem Anahata Chakra zugeordnet werden.

Die Verbindung wird jeweils durch eine bestimmte Nervengruppe hergestellt, die zu dem entsprechenden Chakra gehört. Bindu und Vishuddhi sind durch ein Nervennetz verbunden, das sich durch den inneren Teil der nasalen Öffnung zieht und das Lalana Chakra, das am Zäpfchen oder Gaumen zu finden ist, durchquert. Ein Erwachen in Vishuddhi wird daher gleichzeitig Bindu und Lalana betreffen.

Die zehn als Paar auftauchenden Schädelnerven, die entlang des Hirnstammes aus den mit ihnen verbundenen Zentren entspringen, haben ihre eigentliche Herkunft in diesem winzigen Punkt. Das bedeutet, dass sich die Sinnesorgane, Augen, Ohren, Nase und Mund, und alles, was damit verbunden ist, von Bindu aus manifestieren.

Die Lokalisierung von Bindu

Bindu befindet sich am Hinterkopf. Es ist die Stelle, an der Hindu Brahmanen ein Haarbüschel wachsen lassen. Dieser Brauch ist heute noch lebendig, doch seine eigentliche Bedeutung ist kaum bekannt. In Sanskrit wird dieser Haarbüschel Shikha genannt – „Flamme“ des Feuers. Das Wort „Flamme“ ist hier das Synonym für die Flamme der Vasanas, der versteckten Karmas, die dem vergangenen Leben angehören.

Während der Periode von Sandhya, in der das Kind für die Zeremonie des heiligen Bandes vorbereitet und in ein Mantra eingeweiht wird, gehörte es zum Brauch, an dieser Stelle einen Haarbüschel so straff wie möglich zusammenzubinden. Durch den fest zusammengezogenen Haarbüschel entwickelt das Kind während der Mantra Rezitation eine starke und fortwährende Bewusstheit des Bindu Punktes. Es fühlt hier eher die Festigkeit als Schmerz. Es ist einer der traditionellen Wege, um mit Bindu Visarga in Kontakt zu kommen.

Tantrische Physiologie von Bindu

Laut tantrischer Tradition befindet sich in den höheren Zentren der oberen Hirnrinde eine kleine Einhöhlung, die eine minimale Flüssigkeit enthält. In der Mitte dieser Einhöhlung ist eine kleine Erhöhung, ähnlich einer Insel inmitten eines Sees. Im psycho-physiologischen Grundgerüst wird dieser winzige Punkt als Bindu Visarga bezeichnet.

Von Medizinern wurde diese winzige Struktur im Gehirn anatomisch niemals erwähnt. Eine solche Studie wäre jedoch interessant und lohnend. Auf einem anderen Gebiet wurde durch moderne Forschung ein Zusammenhang zu den Aussagen der Tantra Shastras entdeckt. Die geheimnisumwitterte Zirbeldrüse kann anatomisch und funktionell dem Ajna Chakra zugeordnet werden.

Bindu Visarga ist jedoch um vieles kleiner und empfindlicher und würde bei experimenteller Forschung, die erst nach dem Tode möglich wäre, mit Sicherheit zerstört werden. Aller Wahrscheinlichkeit nach ließe sich eine derart minimale Flüssigkeitsmenge nicht einmal isolieren und analysieren, denn es ist bekannt, dass andere, in einer viel größeren Menge auftretenden neuronale Transmitter zur Zeit des Todes degenerieren und sich im Gewebe verflüchtigen.

Die traditionelle Symbolik von Bindu

In den tantrischen Schriften ist das Symbol für Bindu ein Halbmond in mondheller Nacht. Das Symbol ist äußerst sinnig. Die Mondsichel deutet darauf hin, dass Bindu eng mit den Mondphasen − Kalas − im Zusammenhang steht, so wie das auch auf die endokrinen, emotionalen und mentalen Fluktuationen im Menschen zutrifft. Die Unermesslichkeit von Sahasrara enthüllt sich allmählich durch ernsthafte Yoga Übungen, vergleichbar mit dem Vollmond, der sich jeden Monat vom Neumond zum Vollmond entwickelt.

Die Sichel des Mondes bietet eine vage, schnell vorüber huschende Ahnung eines Hügels in dunkler Nacht. Auch der Nachthimmel als Hintergrund ist Symbol der Unendlichkeit von Sahasrara. Das Sahasrara Chakra liegt oberhalb von Bindu. Sahasrara kann jedoch nicht in seiner Gesamtheit erfahren werden, solange die Individualität besteht.

Im Symbol Om befindet sich das Symbol für Bindu im oberen Teil als Punkt über der Mondsichel. Genau genommen ist die Form von Om das Symbol für alle Chakras und auch für die drei Gunas, die drei Eigenschaften der erschaffenen Welt − Tamas, Rajas und Sattwa. Alle Chakras außer Bindu gehören in den Bereich von Prakriti und den Gunas. Nur Bindu befindet sich außerhalb der Symbolform als Zeichen dafür, dass es transzendenter Natur ist, also nicht mehr eingefangen in der Materie.

Bindu Visarga gehört zum siebten und höchsten Loka, Satyam Loka, der Ebene der Wahrheit und wird mit dem Kausalkörper oder Anandamaya Kosha in Verbindung gesehen. Es heißt, dass der kosmische Klang Om dann hörbar wird, wenn Bindu Visarga erwacht, und dass in genau diesem Moment die Quelle aller Schöpfung erkannt wird, die im Bindu Punkt und der Mondsichel über dem Symbol Om liegt. 

Der Platz des Nektars

In vielen der tantrischen Schriften steht geschrieben, dass der dem Bindu innewohnende Mond ein Sekret produziert, das spirituell trunken macht. Yogis können allein von dieser ambrosischen Flüssigkeit leben. Wenn dieses Sekret zu fließen beginnt und in den Körper gelenkt wird, kann der Yogi auf jegliche Nahrung verzichten, ohne dass der Körper an Vitalität verliert.

Es gibt viele Berichte von Menschen, die sich in einen winterschlafähnlichen Zustand begeben haben, bzw. unter der Erde weiterleben konnten. Immer wieder wurden derartige Phänomene sehr genau und wissenschaftlich überprüft. Dieser menschliche Winterschlaf konnte bis zu vierzig Tagen anhalten. Nicht alle Fälle allerdings waren authentisch, waren sie es jedoch, wurden folgende Regeln genau beachtet. Zunächst wurde gewissenhaft Pranayama praktiziert, bis zur völligen Beherrschung von Kumbhaka (Anhalten des Atems).

In diesem Moment wurde Khechari ausgeführt. Das ist allerdings nicht die Form von Khechari, wie sie ein Sadhana von Kundalini Yoga enthält, sondern eine Übung aus Hatha Yoga. Hier wird die Zungenwurzel (Frenulum) allmählich so weit eingeritzt, bis die Zunge in den Nasen-Rachenraum eindringen kann. Dadurch wird die Passage in ähnlicher Weise blockiert, wie ein Korken eine Flasche verschließt. Um Khechari Mudra wirklich zu meistern, braucht man etwa zwei Jahre.

Durch diese Übung fällt der Tropfen von Bindu zu Vishuddhi. Dieser Nektartropfen durchzieht den ganzen Körper, nährt ihn und verleiht ihm Vitalität, gleichzeitig stoppt er die Stoffwechselprozesse. Kommt der Stoffwechsel in den Zellen zum Stillstand, wird kein Sauerstoff mehr verbraucht und zellulare Abfallstoffe werden nicht produziert. In diesem Winterschlaf kann ein Yogi lange Zeit leben, ohne zu atmen, und selbst der Bart wächst in dieser Zeit nicht. 

Das Giftzentrum

Von Bindu wird sowohl Nektar als auch Gift produziert, denn die Gift- und Nektardrüsen liegen ganz eng beieinander. Vielleicht wirst du dich fragen, ob nicht durch das Erwecken von Bindu unbeabsichtigt die Giftdrüsen angeregt werden könnten. Zu dieser Befürchtung besteht jedoch kein Anlass, wenn Bindu und Vishuddhi gleichzeitig erweckt werden.

Bindu reguliert die Nektardrüsen und Vishuddhi trägt für beide, Gift- und Nektardrüsen, die Verantwortung. Solange der Nektar fließt, kann das Gift keinen Schaden anrichten. Wenn der Yogi Körper und Bewusstsein durch Hatha Yoga und die Übungen von Dhyana und Raja Yoga gereinigt hat, wird es sogar so sein, dass auch die Giftdrüsen Nektar und nicht Gift produzieren.

Bindu – der Ursprung der Individualität

Bindu wird als die Quelle der Schöpfung betrachtet, als Punkt, von dem aus sich die Einheit in die Vielfalt teilt. Dieser Aspekt ist in der Sanskritwurzel bind zu finden. Es bedeutet „sich spalten“ oder „teilen“.

Bindu beinhaltet einen Punkt ohne Dimension, einen dimensionslosen Mittelpunkt. Einige Sanskrit-Schriften bezeichnen diesen Punkt als Chidghana, das, was seine Wurzeln im grenzenlosen Bewusstsein hat. Bindu wird als Eingangspforte zu Shunya betrachtet, dem Zustand der Leere.

Diese Leere sollte nicht mit dem Nichts verwechselt werden. Es ist eher ein Zustand von „Nicht-Dingen“ (engl. Nothingness). Es ist der Zustand des reinen, absoluten, ungeteilten Bewusstseins. Bindu ist sehr geheimnisvoll. Es ist ein unsagbarer Fokuspunkt, in dem die beiden Gegensätze, Unendlichkeit und Null, Fülle und Nichts nebeneinander existieren.

Im Bindu ist das evolutionäre Potenzial für die unzähligen Objekte des Universums, ja, der ganze Schöpfungsplan enthalten. Evolution bezieht sich in diesem Zusammenhang auf den vertikalen, transzendenten Prozess, durch den Leben, Dinge und Organismen aus dem zugrunde liegenden Substrat der Existenz aufsteigen. Diese Evolution ist nicht mit dem Darwinschen Konzept gleichzusetzen.

Sein Konzept besteht darin, dass er aus historischer Sicht eine Spur aufnimmt und Veränderungen über eine bestimmte Zeit in Form, Funktion oder Erscheinung einer bestimmten Manifestation der Individualität, z. B. einer Spezies von Pflanzen oder Tieren, aufzeigt. Diese Evolution ist eine historische Aufzeichnung über eine bestimmte Zeit, während sich die Evolution des Bewusstseins zur Individualität hin und die Auflösung des Bewusstseins aus der Individualität im Reich der Zeitlosigkeit abspielen.

Auf der Grundlage der Individuation bilden sich im Universum Myriaden von Objekten. In Sanskrit wird dies Kala genannt, das, was das dem Bewusstsein innewohnende Potenzial in Bindu zur Ausdehnung bringt. Von diesem Punkt oder aus diesem Samen kann ein Objekt, ein Tier, ein menschliches Wesen oder was auch immer, aufsteigen und sich manifestieren.

Jedes, aber auch jedes Objekt hat einen Bindu als Basis. Dieser Bindu liegt in Hiranyagarbha, dem goldenen Ei, dem Schoß der Schöpfung. Das, was vorher formlos war, nimmt durch Bindu eine Form an, und auch seine Natur wird von Bindu festgelegt. Bindu ist sowohl Werkzeug des Bewusstseins, um etwas zum Ausdruck zu bringen, als auch Mittel der Begrenzung.

Einige der Organismen, die von Bindu zur Manifestation gelangen, besitzen Bewusstsein, dazu zählt der Mensch. Aber die meisten Organismen sind nicht bewusst, z.B. Elemente oder Steine. Ob das Potenzial bewusst oder nicht bewusst ist, hängt nur von der Beschaffenheit und der Struktur des individuellen Objektes ab, und auch das wird von Bindu bestimmt. Der Mensch ist in einer Weise ausgerüstet, die ihm erlaubt, ein bewusstes Wesen zu sein.

Jedes Objekt, bewusst oder nicht bewusst, ist mit der zugrunde liegenden Bewusstseinsessenz durch einen Bindu verbunden. Jedes Objekt, das sich in materielle Form entwickelt, hat einen Bindu als Medium, und jedes Objekt wird genauso von einem Bindu zur Quelle zurückgebracht. Bindu gleicht einer Schwingtür, die sich zu beiden Seiten öffnet. Es ist der Weg, durch den bewusste Wesen die Vollkommenheit von Sahasrara erkennen können. Ein solches bewusstes Wesen ist der Mensch.

Im Grunde gibt es nur zwei Richtungen, in die sich Menschen bewegen können, den Pfad von Pravritti und den Pfad von Nivritti. Ein Mensch, der dem Pravritti Pfad (nach außen gerichtet) folgt, wendet sich von Bindu ab und richtet den Blick auf die äußere Welt. Er wird fast ausschließlich von äußeren Ereignissen motiviert. Es ist der Weg der meisten Menschen unserer Zeit, aus der Selbsterkenntnis heraus, er legt die Menschen in Fesseln.

Der andere Weg, der Nivritti Pfad (zurückgelenkt), ist der spirituelle Weg, der Weg der Weisheit. Auf diesem Weg stellt sich das Individuum dem Bindu, er geht den Weg zurück, nach innen, zur spirituellen Selbstbesinnung. Dieser Weg führt zu Freiheit.

Der Weg der Evolution − Pravritti − ist der Pfad der Manifestation und Extravertiertheit. Der Weg der Involution führt auf dem Weg zurück, den dein individuelles Sein selbst einmal geschaffen hat. Er führt dich erst zu Bindu und dann zu Sahasrara. Der ganze Sinn von Yoga liegt darin, die Wahrnehmung auf den inneren Weg zu lenken.

Die Kraft des Punktes

Im unendlich kleinen Punkt liegt eine enorme Kraft eingehüllt. Eine Theorie über den Ursprung des Universums ist zum Beispiel, dass ein unendlich verdichteter Kern aus Materie im Urknall explodierte und daraus der ganze Kosmos entstand. In ähnlicher Weise enthüllte die Erforschung der subatomaren Physik, dass ungeheure Kraftansammlung in einer Unzahl verschiedener subatomarer Partikel im Raum/Zeit-Gebilde existiert. Die Physik nähert sich den Dimensionen des unfassbaren Bindu.

In der Molekular-Biologie kann die Essenz von Bindu in den DNS und RNS Molekülen wieder erkannt werden, in denen jeweils der komplette genetische Plan für den ganzen Organismus enthalten ist. Dies ist eine andere Darstellung der großen Intelligenz und dem Potenzial, das zu einem winzigen Punkt kompensiert und zum Ausdruck gebracht werden kann. Je tiefer die Wissenschaft in die Materie und die Struktur des Universums eindringt, umso größer wird die Kraft und Komplexität, die freigelegt wird. In den winzigen Dimensionen dieser Punkte ist ein unendliches Potenzial an Bedeutungen enthalten.

Die Kraft des Punktes oder Bindus ist den Mystikern unserer Menschheitsgeschichte immer bekannt gewesen. In Tantra wird jeder Bindu, jedes Teil manifestierter Existenz, als Kraftzentrum, als Shakti betrachtet. Shakti ist Ausdruck für das Substrat, das dem statischen Bewusstsein zugrunde liegt. Ziel des tantrischen Systems ist es, eine Zusammenführung von Shakti, der individuell manifestierten Kraft, mit Shiva, dem unbeweglichen, tiefer liegenden universalen Bewusstsein, herbeizuführen. 

Der rote und der weiße Bindu

Bindu ist der kosmische Same, aus dem sich alle Dinge manifestieren und wachsen. Oft wird er mit dem männlichen Sperma verglichen, weil aus dem winzigen Bindu eines einzigen Sperma, das sich mit dem winzigen weiblichen Ovum vereinigt, neues Leben wächst. Der Akt der Empfängnis ist ein perfektes Symbol von dem Prinzip des Bindu. In diesem Sinne wird Bindu auch oft in den Schriften des tantrischen Kundalini Yoga beschrieben.

In der Yogachudamani Upanishad (Vers 60) heißt es:

„Bindu besteht aus zwei Arten, dem weißen und dem roten. Der weiße ist Shukla (Sperma) und der rote ist Maharaj (Menses).“

Der weiße Bindu deutet auf Shiva, Purusha oder Bewusstsein. Der rote Bindu deutet auf Shakti, Prakriti oder die Kraft der Manifestation. Der weiße Bindu befindet sich in Bindu Visarga und der rote in Muladhara Chakra. Der Sinn von Tantra und Yoga liegt darin, diese beiden Elemente zu vereinigen, sodass Shiva und Shakti eins werden.

Und weiter heißt es (Vers 61):

„Der rote Bindu ist in der Sonne eingefangen, der weiße im Mond. Ihre Vereinigung ist schwierig.“

Die Sonne repräsentiert Pingala Nadi und der Mond Ida Nadi. Die zwei Formen von Bindu symbolisieren das Zusammenfließen der Welt der Gegensätze und drücken das in männlich und weiblich aus. Ihre Vereinigung bewirkt den Aufstieg von Kundalini. Und weiter heißt es (Vers 63):

„Wenn sich, nachdem Prana gelenkt werden kann, der rote Bindu (Shakti) aufwärts bewegt (der Aufstieg von Kundalini), verbindet er sich mit dem weißen Bindu (Shiva). Es entsteht ein göttliches Wesen.“

In allen Yoga Systemen wird auf die eine oder andere Weise versucht, Prana ins Bewusstsein zu bringen und derart zu lenken, dass diese Vereinigung möglich wird. Entweder geschieht es auf direktem Wege, z. B. durch Pranayama, oder aber auf indirektem. In jedem Falle führt das Zusammentreffen dieser beiden Polaritäten, Shiva und Shakti zum Höchsten Bewusstsein. Im Vers 64 heißt es:

„Wer die grundlegende Einheit der beiden Bindus im Moment, wenn der rote Bindu mit dem weißen zusammenfließt, erkennen kann, der allein kennt Yoga.“

Quelle: aus dem Buch Kundalini Tantra von Swami Satyananda Saraswati

Bindu Meditation von Swami Satyananda Saraswati:


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