Die Rolle der verschiedenen Körperysteme bei Asthma

Das Atemsystem

Kenntnis über Aufbau und Funktion des Atemsystems wird es dem Leser ermöglichen, sich richtig vorstellen zu können, was während eines Anfalls geschieht. Das Unbekannte ist meistens erheblich erschreckender als das Vertraute. Bessere Bewusstheit macht es dem Kranken möglich, mit größerer Willenskraft und einem Ziel die Energie zu lenken. Wenn man bei einer Störung seine Aufmerksamkeit mit erhöhter Konzentration auf diesen Körperbereich zentriert, beginnt bereits der Heilungsprozess.

Die Atmungsorgane

Die eingeatmete Luft passiert die Nasenlöcher oder den Mund, den Kehlkopf und die Luftröhre. Ungefähr in der Mitte des Brustkorbs teilt sich die Luftröhre in zwei Äste - die Bronchien. Jeder Bronchus führt zu einer Lunge und ist ca 10 cm lang. Die Bronchien teilen sich im Inneren der Lungen in kleinere Äste, die Bronchiolen. Diese befördern Luft von und zu den winzigen Luftsäckchen (Alveolen) der Lungen.

Die Lungen, die sich in beiden Seiten des Brustkorbes befinden, sind schwammig und porös, mit sehr elastischem Gewebe. Sie enthalten zahllose Luftzellen; in Wasser getaucht, könnten die Lungen schwimmen.

Die Bronchiolen enthalten in ihren Wänden kreisförmige Muskelfasern; sie ziehen sich durch Kontraktion dieser Muskelfasern zusammen. Diese Fasern werden entweder örtlich (z.B. durch Reizung der Bronchialwege, Infektion, Allergie usw.) oder über das durch Spannung oder andere Belastung stimulierte autonome Nervensystem aktiviert. Die Kontraktion der Bronchiolen betrachtet man als Auslöser eines Asthmaanfalls.

Eine weitere Atembehinderung entsteht durch Schleim. Die Lungenwände enthalten zwei Arten von Drüsen: Die einen sondern Schleim, die anderen Serum ab. Das Serum ist eine wässrige Flüssigkeit, die selten von den Lungen benötigt wird. Man nimmt an, dass diese Drüsen Schleimdrüsen im Ruhezustand sind. In der gesunden Lunge produzieren die Schleimdrüsen ständig ein Sekret, das Fremdkörpern wie Staub und Bazillen den vollständigen Eintritt in die Lungen verwehrt. Der Schleim wird durch ununterbrochenes, rhythmisches Schlagen der winzig kleinen haarähnlichen Verlängerungen aus den Röhrenwänden nach oben und heraus aus den Lungen bewegt. Der Hustenreflex unterstützt diesen Vorgang.

Sobald der Krankheitsprozess einsetzt, kommt ruhende Phase dieser Drüsen in Bewegung, was bedeutet, dass die Anzahl der Schleimdrüsen wächst. Die Schleimproduktion nimmt zu und verklebt die Äste so, dass das Atmen immer schwieriger wird.

Ein- und Ausatmung kommen durch die wechselseitige Ausdehnung und Zusammenziehung des Brustkorbes zustande. Während der Einatmung arbeiten drei verschiedene Muskelgruppen: Die Interkostal-Muskeln, (diese Muskeln wirken auf die Rippen), das Zwerchfell (Diaphragma), ein großes kuppelförmiges Muskelblatt, das Brust- und Bauchraum voneinander trennt, und die nebensächlichen Muskeln.

Durch das Zusammenziehen dieser Muskeln wird die Brusthöhle tiefer, länger und breiter, wodurch ein Luftsog entsteht. Durch Entspannung dieser Muskeln und das elastische Zurückweichen der Lungen wird die Luft herausgedrängt.

Folglich ist die Einatmung ein aktiver Vorgang und die Ausatmung ist im Normalzustand ein passiver. Wenn sich beim Ausatmen ein Hindernis in den Weg stellt, muss auch das Ausatmen aktiv werden. Die Bauchwand wird dann aktiv nach innen gezogen, sie drückt das Zwerchfell höher, zieht die Rippen dichter zusammen als gewöhnlich und drückt die vermehrte Luft heraus. Die Muskelgruppen, die so arbeiten müssen, ermüden rasch.

Muss ein Asthmatiker von dieser erzwungenen Ausatmung Gebrauch machen, ermüdet er schnell und die Schleimblockade vergrößert sich. Er versucht, den Schleim auszuhusten, aber je kraftloser er wird, desto unfähiger wird er, die Blockade gänzlich zu beseitigen. Hält so ein Anfall länger an, kann der Schleim sich festsetzen und verhärten und den Weg blockieren. Wenn der Anfall vorüber ist, ist der Körper in der Lage, den Schleim stückchenweise zu entfernen.

Durch die Schwächung der Atemmuskulatur ist der Kranke nicht mehr in der Lage, die gesamte Luft aus seinen Lungen zu entfernen, so dass sich diese langsam aufblähen. Das Resultat ist zunehmende Atemnot und Angst.

Das Zentralnervensystem

Das ZNS, das den Körper überwacht, befindet sich im Gehirn und im Rückenmark. Das periphere Nervensystem trägt Meldungen von und zu den willkürlichen Muskeln und den sensorischen Empfängern. Das autonome Nervensystem reguliert und überwacht die unwillkürlichen Bewegungsabläufe im Körper, - den Herzschlag, das normale Atmen, die Peristaltik der Eingeweide und die Bronchialmuskulatur.

Das autonome Nervensystem besteht aus dem Sympathikus und dem Parasympathikus. Durch den Sympathikus werden lebenswichtige Abläufe beschleunigt, während der Parasympathikus diese verlangsamt. Diese beiden Systeme arbeiten autonom, und in einem gesunden Körper sind sie gut aufeinander eingestellt.

Durch Schwächung des Atem-Mechanismus im asthmatischen Verlauf gerät das autonome Nervensystem aus dem Gleichgewicht. Das parasympathische Nervensystem hält die dauernde Belastung nicht aus und erschlafft, der Sympathikus kann jedoch allein mit dieser Belastung nicht fertig werden. Wenn Belastung von einem auf den anderen Teil des Systems verlagert wird, verursacht das weitere Schwächung des gesamten Nervensystems.

Die Muskeln

Muskeln sind das Grundelement für Bewegungen im Körper. Sie werden durch das Nervensystem gesteuert und über das Blut ernährt. Es gibt zwei Arten von Muskeln: Skelettmuskeln, die willkürlich arbeiten, und die glatten Muskeln, die gewöhnlich unwillkürlich arbeiten. Wir möchten hier bemerken, dass sich durch fortschreitende Yoga Praxis die glatten Muskeln ebenfalls willkürlich steuern lassen.

In den Lungen befinden sich beide dieser Muskelarten. Während eines Asthmaanfalls zieht sich der glatte Muskel in den Bronchialästen zusammen und lässt weniger Luft passieren. Der Skelettmuskel in der Brustwand ist durch Panik vor dem Beginn eines Anfalls ebenfalls kontrahiert.

Die Blutgefäße

Der mit der Luft eingeatmete Sauerstoff dringt durch die dünnen Wände der Lungenbläschen (Alveolen) und gelangt ins Blut. Die Blutgefäße befördern Sauerstoff, um den Körper zu ernähren. Die erste Handlung eines Neugeborenen ist ein kräftiges, lebensbejahendes Einatmen.

Fehlerhafte Atmung bewirkt unzureichende Sauerstoffaufnahme im Blut und führt zu Anhäufung von Abfallstoffen, Kohlendioxyd. Ein Stadtbewohner z.B. hat normalerweise eine flache Atmung und benutzt nur den oberen Teil der Lungen. Eine solche Atmung kann man leicht korrigieren.

Die yogische Atmung trainiert die Atemmuskulatur und die Lungen und öffnet viele der Alveolen, die normalerweise geschlossen sind. So wird das Blut besser mit Sauerstoff versorgt und führt zu besserer Gesundheit und verminderter Spannung und Belastung.

Die Lymphgefäße

Die Lymphgefäße sammeln Abfallmaterial, das von den Blutgefäßen nicht aufgenommen wurde. Die Lymphen, Nerven, Arterien und Venen laufen alle zusammen, man kann sie in vier oder fünf Röhren nebeneinander liegen sehen. Ihre gute Zusammenarbeit ist lebensnotwendig.

Der Lymphfluss erfordert Muskelarbeit, z.B. harte körperliche Arbeit. In der Stadt findet man kaum noch so eine Art Arbeit, deshalb treten die Yogaübungen an ihre Stelle.

Den Wirkungen entgegenwirken

Einige Probleme, mit denen der Erkrankte nach einem Anfall konfrontiert ist, wurden bereits angesprochen. Es werden jetzt Möglichkeiten aufgezeigt, um diese Probleme zu überwinden.

Die Körperhaltung

Die Körperhaltung ist ein Problem vieler Asthmatiker. In einigen Fällen kommt es aufgrund körperlicher Schwäche zu einer andauernd rundschultrigen Körperhaltung, was weitere Veränderungen der Körperstruktur nach sich zieht. Bevor die Gesundheit wieder hergestellt werden kann, müssen diese grundlegenden Deformationen korrigiert werden. Glücklicherweise kann die fehlerhafte Körperhaltung leicht durch Yoga verändert werden. Durch die Asanas werden Defekte korrigiert, während sie gleichzeitig zur ganzheitlichen Gesundung beitragen.

Durch das Rückenmark werden lebenswichtige Informationen auf dem Weg der unzähligen Nervenstränge in den Körper getragen. Um gute Versorgung zu ermöglichen, muss das Rückgrat beweglich sein. So haben die Nerven, die hier aus dem Rückenmark heraustreten, einen klaren und freien Durchgang, um Informationen richtig weiterzuleiten. In krummer Haltung werden Informationen unkorrekt weitergegeben.

Im Allgemeinen scheinen Asthmatiker ihrer gebeugten Wirbelsäule keine Beachtung zu schenken. Das mag daher kommen, dass sie die Notwendigkeit einer Korrektur nicht sehen, oder, wahrscheinlicher, die Atmung vorrangig ist. Tatsache ist, dass die krumme Haltung zu einem weiteren Teufelskreis führt: Die Brustmuskulatur wird in einem solchen Maße beansprucht, dass der Atemmechanismus seine Leistungsfähigkeit verliert. Zusätzlich werden die Wirbelsäulennerven beengt und eingeklemmt. Die Information, die zum Gehirn geht, meldet: Achtung, Krankheit im Anmarsch. Nerven sind eingeklemmt, Lungen krank, Körper geschwächt. Die für die normale Funktion benötigte Information ist verzerrt.

Wenn diese schlechte Haltung über einige Zeit bestehen bleibt, wird es immer schwieriger, sie zu verbessern. Mit fortschreitendem Alter versteifen die Knochen der Wirbelsäule und eine Korrektur wird unmöglich. Um den Heilungsprozess einzuleiten, müssen einige Dinge erkannt werden:

Man muss lernen, herauszufinden, welche Bereiche des Körpers der meisten Beachtung bedürfen. Dorthin sollte man seine Wahrnehmung bringen. Es ist bereits ein erster positiver Schritt, wenn man die Wahrnehmung in bestimmte Problembereiche trägt, (Lungen, Brustkorb, Wirbelsäule, Rückgrat, Nervensystem). Es lohnt sich, sich immer wieder daran zu erinnern, dass positive Gedanken, die auf einen Körperbereich gelenkt werden, gleichzeitig Heilungskräfte anregen.

Das Wichtigste ist, dass man seine eigenen positiven Kräfte in Gang setzt, um sich selbst zu heilen. Das ist der Anfang, um aus dem Teufelskreis Krankheit herauszukommen, und das kann nur von dem Betroffenen selbst vollzogen werden.

Vorschläge zur Verbesserung der Haltung

Oberster Grundsatz: Stühle sind ein Hindernis zu einer guten Haltung. Nur wenige Stühle sind unter Berücksichtigung der verschiedenen Anforderungen derjenigen gemacht, die auf ihnen sitzen.

Wir empfehlen deshalb das Knien oder Sitzen mit gekreuzten Beinen auf dem Boden. Finde eine komfortable Haltung und kultiviere diese. Mit der Zeit wirst du in der Lage sein, länger in dieser Haltung zu sitzen und sie zum Ausruhen bevorzugen. Auf dem Boden zu sitzen, hat den zusätzlichen Vorteil, dass du jederzeit eine Asana ausführen kannst, indem du ein Bein hierhin oder dorthin verlagerst. Beim Lesen kannst du z.B. in der Krokodilshaltung (Makarasana) liegen, wenn das Sitzen mit gekreuzten Beinen zu ermüdend ist.

Wenn du auf einem Stuhl sitzt, so versuche, einen zu benutzen, der keine Armlehnen hat und denke immer daran, eine gute Haltung einzunehmen. Das Flegeln auf Stühlen ist eine Angewohnheit, die sich die meisten von uns durch das jahrelange Sitzen in Klassenräumen angewöhnt haben. Wenn du merkst, dass du nachlässig sitzt oder der Rücken müde wird, strecke dich nach hinten über die Lehne des Stuhls. Ein guter Seufzer wird die Spannung lösen. Das kann sehr vorsichtig und mit etwas Geschwindigkeit gemacht werden, um die Wirbel einschnappen zu lassen. Die Wirbel werden sich durch diese Bewegung wieder richtig ordnen, dabei die Wirbelsäulennerven befreien und die Wirbelsäule beweglicher machen. Eine Reihe von `Klicks' bringt gewöhnlich eine tiefe Entspannung des Rückens, was zeigt, dass die Wirbelsäule sich auf dem Wege der Besserung befindet.

Eine einfache und nützliche Übung für die Wirbelsäule ist folgende: Stehe mit beiden Füßen fest auf dem Boden, bringe die Arme in Schulterhöhe. Halte die Hüften steif und bewegungslos, und schwinge die Arme um den Körper. Führe diese Bewegung mit der oberen Hälfte des Körpers aus, von der Taille aufwärts, und schwinge so weit wie möglich. Das ist Kati Chakrasana.

Nasale Faktoren bei Asthma

Die nasalen Passagen sind genauso Teil des Atemsystems, wie die Lungen, und können wie diese Anlass für den Zustand der Unausgewogenheit, woraus Asthma resultiert, sein. Meistens ist Nasenverstopfung eine häufige Erscheinung bei Asthma.

Die meisten Asthmatiker atmen durch den Mund. Bei dieser Atmung wird die Luft nicht angemessen erwärmt und auch nicht von Staub und Fremdkörpern gereinigt. Dieses geschieht nur bei Atmung durch die Nase. Die Mundatmung muss früher oder später zu Blockierungen in der Nase und zu Krankheit führen.

Nasentropfen, die gewöhnlich benutzt werden, um nasale Verstopfung zu lösen, sind eine schlechte Lösung, denn sie tragen dazu bei, dass noch mehr Toxine in den Körper gelangen und erschweren den Selbstreinigungsprozess. Selbst Mediziner raten zu äußerst sparsamen Gebrauch dieser Tropfen. Letztlich schaden sie mehr, als dass sie nutzen.

Anstelle von Medikamenten sollten Yoga-Reinigungstechniken, wie z.B. Neti, angewandt werden. Rückwärtsbeugende Asanas sind hilfreich, um den nasalen Bereich zu befreien. In Verbindung mit Atemübungen werden sie, wenn sie regelmäßig ausgeführt werden, bleibende Erleichterung bringen.

Bei nasalen Problemen spielt auch die gute Haltung eine große Rolle. Krumme Schultern verhindern den freien Luftfluss, weil sich die nasalen und anderen Atmungswege in einer geraden Linie befinden. Man zwingt die Luft, sich durch einen gekrümmten und verengten Weg hindurchzukämpfen. Der Asthmatiker sollte deshalb versuchen, seinen Kopf und Rücken jederzeit aufrecht zu halten und durch die Nase zu atmen.

Der Gebrauch von Medikamenten

`Heilung von Asthma' bedeutet selbstverständlich, dass man nicht von Medikamenten abhängig ist. Aus Erfahrung wissen wir, dass Medikamente eher ein Mittel gegen Angst, und weniger ein Mittel gegen die körperliche Krankheit sind. Meistens greift der Asthmatiker nach einem Medikament, z.B. einem Spray, lange bevor es nötig ist. Ein wichtiger Teil des Heilungsprozesses ist die Auflösung der Abhängigkeit. Es ist wesentlich besser, zu beobachten und auf das Einsetzen eines Anfalls zu warten, so hart wie es zuerst sein mag. Diese Willenskraft und positive Einstellung ist der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zur Heilung.

Mögliche Ursachen von Asthma

Wie wir gesehen haben, ist die unmittelbare Ursache von Asthma eine Überreizung der parasympathischen Nervenfasern zu den Lungen, wodurch die Bronchialröhrchen sich zusammenziehen. Diese Nerven haben ihren Ursprung in einem Teil des Gehirns, den man Hypothalamus nennt, und der direkt von höheren, emotionalen Zentren gesteuert wird. Folglich wirken emotionale Spannungen auf den Hypothalamus ein. Dieser sendet Reize an die parasympathischen Nervenfasern, welche wiederum Asthma auslösen.

Heutzutage sind die üblichen Krankheiten zumeist psychosomatischer Natur. Unangenehme Gefühle verursachen gravierende körperliche Veränderungen und Muskelverspannungen. Emotionale Anspannung kann uns über längere Zeit belasten. Nur wenige Menschen können ärgerlich werden und sich unverzüglich von dieser Erfahrung freimachen und ihren Gleichmut zurückgewinnen. Der Yogi jedoch ist dazu in der Lage.

Jedes Gefühl, das wir haben, wirkt in irgendeiner Weise auf den Körper ein. Die beste Sicherheit für eine gute Gesundheit ist ein ruhiges, ausgeglichenes Gemüt. Da dies für Asthmatiker von großer Bedeutung ist, muss er lernen, sich zu entspannen.

Empfindungen von Müdigkeit und Erschöpfung, worunter viele Menschen leiden, liegen z.B. oft im Emotionalen begründet. Natürlich kann es auch einen physischen Grund, z.B. Anämie, geben; viel häufiger sind jedoch Faktoren, die der betreffenden Person nicht bewusst sind.

Medikamente allein können Asthma nicht heilen, sie können nur die Symptome bekämpfen. Mit der Zeit tritt eine Gewöhnung ein und die Wirkung auf die Bronchialmuskeln lässt nach. Nur die Behandlung der Ursache kann zur wirklichen Heilung führen. Wenn Asthma durch Yoga geheilt wird, werden keine Medikamente mehr nötig sein.

Für die westliche Wissenschaft sind vier Ursachen für Asthma verantwortlich, die nachfolgend ihrem Grad der Bedeutung entsprechend aufgeführt sind:

  • Stress, Zweifel, Angst und psychosomatische Probleme
  • Allergien und andere Reize
  • Genetische und vererbbare Merkmale
  • Unbekannte Ursachen

Wir werden jetzt jede dieser Ursachen vom yogischen und vom wissenschaftlichen Standpunkt aus erörtern.

Stress

Die Werte der heutigen Gesellschaft verursachen Disharmonie und Stress, und viele Menschen setzen Mechanismen in Gang, um den ständigen Sorgen und Problemen, die sie durch ihren Lebensstil selber verursachen, zumindest zeitweilig zu entfliehen. Sie vertreiben sich die Zeit mit Kino/Fernsehen/Videos, sowie mit Rauchen, Trinken und übermäßigem Essen, um nicht mit sich selbst konfrontiert zu sein.

Krankheit entsteht durch ein unnatürliches Leben. Es gibt Menschen - ein gutes Beispiel sind die Hunzas -, die durch ihren natürlichen Lebenswandel eine durchschnittliche Lebenserwartung von hundert Jahren haben. Auch wenn wir unserer Arbeit in der Stadt nachgehen, ist es möglich, ein relativ gesundes Leben zu führen. Faktoren, die dazu beitragen können, sind ein ausgeglichenes Gemüt, vernünftige Ernährung, harte Arbeit, reichlich Bewegung und frische Luft.

Durch Umstellung auf einen natürlichen Lebensstil kann der Asthmatiker viele seiner unbewussten Zweifel und Ängste, die die Gesundheit verhindern, überwinden. Das erfordert einen harten aber lohnenden Weg. Im Bewusstsein verstecken sich viele subtile Mechanismen, die nicht so einfach zu entlarven sind.

Man sollte unbedingt eine gewisse Objektivität oder Achtsamkeit kultivieren. Z.B. kann es passieren, dass ein Asthmatiker in eine schmerzvolle oder schwierige Situation hineingerät. Reagiert er, indem er sich denkt: `Oh nein, jetzt werde ich einen Anfall bekommen!', dann wird dies mit Sicherheit eintreten. Wenn er jedoch durch Yogaübungen eine Haltung von Ruhe und Gleichmut kultivieren kann, dann kann er die Situation und seine eigene Reaktion darauf beobachten, ohne in den Teufelskreis Angst hineingezogen zu werden.

Wir wissen aus Erfahrung, dass diese Erwartungshaltung ein wesentlicher Auslösefaktor für einen Anfall ist. Vergiss deine Allergie. Vergiss das Asthma deiner Tante, (sie war auch nervös). Es ist deine eigene Angst, die den Anfall auslöst, und durch Yoga wird die Angst verschwinden.

Allergien und andere Reize

Allergie ist eine ungewöhnlich starke körper-chemische Reaktion auf einen normalen Reiz, der in gleicher Stärke für die meisten Menschen harmlos ist. Allergische Reaktionen resultieren aus dem Freiwerden von Histaminen in Körpergeweben, die dann ein oder mehrere innere Organe beeinflussen. In der Nase erscheint eine Allergie als Heuschnupfen, in den Lungen als Asthma.

Heuschnupfen und Asthma, sowie andere Allergien wie Nesselfieber und Ekzeme, sind häufig emotionalen Ursprungs. Es wird gesagt, dass sie durch Reize wie Staub, Smog und plötzliche Kälte hervorgerufen werden können, aber selbst in diesen Fällen sind emotionale Elemente bedeutsam.

Erbfaktoren

Das Ausmaß erblicher Einflösse auf Asthma ist bis jetzt noch nicht bekannt. Vererbung spielt zweifellos in jedem Leben eine große Rolle. Dennoch können wir sie überwinden. Entscheidend ist die bewusste Wahrnehmung und der Wille zur Veränderung. Es ist möglich, unsere Probleme zu überwinden und unser Schicksal in eine andere Richtung, als jene, die das Leben für uns vorgesehen zu haben scheint, zu lenken. Gesundheit kann wieder gewonnen werden, das gilt besonders für Asthmatiker.

Asthma und Entspannung

In der folgenden Episode geht es um einen Arzt, der Nachtdienst in einen Krankenhaus hatte. Er war lange mit der Behandlung von Unfall-Opfern beschäftigt, und danach zogen sich Assistenten und Pflegepersonal zurück. Kurz darauf wurde ein Patient mit einem `status asthmaticus' - der alarmierenden und lähmenden Phase eines Asthmaanfalles - eingeliefert. Der Arzt wurde gerufen, um diesen Fall zu behandeln. Zu dieser Zeit war er allein.

Im Verlauf der routinemäßigen Untersuchung legte er eine Hand auf die Brust des Patienten, der inzwischen schon blau angelaufen war. Erschöpft vor Müdigkeit und Anspannung schlief der Arzt kurz ein, seine Hand lag jedoch noch auf der Brust des Patienten. Nachdem er einige Zeit mehr oder weniger gedöst hatte, wachte er auf und stellte fest, dass der Patient jetzt leichter und spontaner atmete. Das kurze Nickerchen hat den Arzt jedoch in Panik versetzt, und nun begann der Patient wieder, schwer zu atmen und zu keuchen.

Dieser Wechsel machte den Arzt sofort hellwach; er erkannte einen Zusammenhang. Er versuchte daraufhin, seine innere Entspannung zurück zu erlangen und lenkte diese Ruhe durch seine Hand in die Brust des Patienten. Die direkte Folge war, dass der Patient eigene Spannung losließ und ruhig und langsam atmete. Seine Hautfarbe wechselte von tiefem Blau zu Rosa. Er erholte sich so rasch, dass keine der normalerweise im Krankenhaus üblichen Medikamente nötig waren und der Patient zu Bett gebracht werden konnte.

Die Geschichte dieses Arztes macht deutlich, dass yogische Prinzipien der Wahrheit näher kommen, als eine medikamentöse Behandlung. Entspannung ist der Schlüssel zur Heilung von Asthma.


Weitere Yoga Artikel

Anahata Chakra
Was ist das Anahata Chakra? In Kundalini Yoga ist das Anahata Chakra (Herzchakra) von großer Bedeutung, den...
Mehr lesen
Manipura Chakra
Was ist das Manipura Chakra? Das Wort Manipura setzt sich aus zwei Sanskritwörtern zusammen: mani – „Juwel“...
Mehr lesen
Swadhisthana Chakra
Was ist das Swadhisthana Chakra? Das Sanskritwort swa bedeutet „das Eigene“ und adhisthana bedeutet „Wohnsi...
Mehr lesen

Älterer Post Neuerer Post